Vor zwei Jahren haben wir Preise jenseits der 100 EUR/kWp für baureife PV-Projektrechte im Utility-Scale-Bereich in Deutschland beobachten können. Im Markt sehen wir aktuell Niedrigpreise bis runter auf 20 EUR/kWp.

Kannibalisierung: Opfer des eigenen Erfolgs
Der Grund ist klar: PV-Anlagen sind mit der Kannibalisierung Opfer ihres eigenen Erfolgs. Wenn alle PV-Anlagen gleichzeitig zur Mittagszeit einspeisen, drückt das den eigenen Marktwert. Im April lag er bei rund 1,3 ct/kWh. Die Bundesnetzagentur zählte 2025 bereits 573 Stunden mit negativen Strompreisen, für 2026 werden 600 bis 900 prognostiziert. Reine PV-Freiflächenprojekte sind somit wirtschaftlich zunehmend schwer darstellbar.
Mit Grünstromspeicher sieht die Rechnung anders aus
Bereits mit einem Grünstromspeicher sieht die Rechnung anders aus. Negativstunden werden zum Ladefenster, höhere Volatilität durch geopolitische Spannungen zum Arbitrage-Erlös. Da Netzanschlusskapazität in vielen Regionen zunehmend knapp wird, fördert auch der Gesetzgeber das Thema Netzüberbauung und Co-Location von Batteriespeichern und Erneuerbaren Energien.
Konkret in Zahlen: Der BET BESS-Co-Location-Index weist für die letzten zwölf Monate einen durchschnittlichen PV-Erlös von rund 50 EUR/MWh aus. Mit einem Grünstromspeicher davor steigt der Wert auf rund 90 EUR/MWh – fast eine Verdoppelung, mit zusätzlicher Upside, bei späterem Netzausbau auf Mischbetrieb mit Graustrombezug zu wechseln.
Einstieg beim tiefsten Sentiment?
An der Börse kauft man, wenn das Sentiment am tiefsten ist. Wäre genau das für PV-Projektrechte gerade der Moment?